Specchio del cielo!       Spiegel des Himmels!
In te le nubi                  In dir die Wolken,
i muri gli alberi             die Mauern, die Bäume
cadono immoti.            bewegungslos fallen.

Pier Paolo Pasolini

In specchio del cielo entsteht ein Spiegel des Himmels, der Vergangenheit und Gegenwart vielfarbig und vielfältig reflektiert. Zwei Welten verbinden sich: Orlando di Lassos Prophetiae Sibyllarum mit specchio del cielo von Johannes Schöllhorn. Der bedeutendste und berühmteste Komponist des 16. Jahrhunderts hat die vorchristlichen Weissagungen über das Kommen Christi der Sibyllen in 12 ruhigen, kunstvollen Motetten vertont. Echo der antiken Prophetinnen ist Pier Paolo Pasolinis Gedicht Litania. In kraftvollen poetischen Bildern greift Pasolini Motive der ursprünglichen lauretanischen Litanei auf und wandelt sie zu einer sehr persönlichen Klage um. So kreisen beide Texte mystisch um das Zentrum des christlichen Denkens und Fühlens. Di Lassos außergewöhnliche Harmonik ist Ausgangspunkt für Schöllhorns Widerhall der Litania. Die beiden Zyklen vereinen sich zu einem, 16. und 21. Jahrhundert verschwimmen, einziges Zeichen der Gegenwart ist das Instrumentalensemble.

Seit seinen Anfängen schlägt Philippe Herreweghes Collegium Vocale Gent Brücken zwischen Alter und zeitgenössischer Musik. Gemeinsam mit dem Het Collectief wenden sie sich unter der Leitung von James Wood neuen, zukunftsweisenden Projekten zu.

DI LASSO, SCHÖLLHORN (ÖEA)
Collegium Vocale Gent
Het Collectief
Ltg: James Wood

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